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Claudine Thévenet
Am 3. Februar 1837 verstarb die Gründerin der Kongregation von Jesus und Maria. Sie war Stifterin der Ordensgemeinschaft, welcher unsere vier Seelingstädter Ordensschwestern angehören.

Claudine Thévenet - Mutter Ignatia, lebte von 1774 bis 1837 in Lyon. Sie gehört also in die stürmische und blutige Zeit der französischen Revolution und zugleich in jene Epoche, in der sich nachrevolutionäre Frankreich gesellschaftlich und religiös langsam wieder erhob. Claudine Thévenet war eine Frau von großem Feingefühl und nicht minder großer sittlicher Stärke. Mitten im Sturm der Revolution erfuhr sie in der Größe der Nächstenliebe, die Kraft der Vergebung, die Kühnheit der Hoffnung und den Mut des Glaubens. Und weil sie sich selbst vergaß, um nur noch für Gott und die anderen zu leben, wuchs aus dem in einer Oktobernacht 1818 in die Erde gesenken Weizenkom eine Kongregation, deren Mitglieder heute auf der ganzen Welt wirken.

Das Leben und Wirken der heiligen Claudine Thévenet und das Wirken ihrer Schwestern in Seelingstädt hat uns vor 1993 veranlaßt, unserem Hause diesen Namen zu geben. Wenn Menschen sich anderen Menschen zuwenden, ohne auf sich zu schauen, ohne auf ihren Vorteil zu achten, wenn Menschen ihr ganzes Leben darauf ausrichten, für andere da zu sein, wenn sie sich nicht irre machen lassen von vielen Fehlschlagen, Intrigen, von Armut und Krankheit, dann sind das bewundernswerte Menschen. Das sind Menschen, an denen wir uns orientieren können, Menschen, die uns helfen, unser Ziel zu finden und unseren Weg zu gehen.

Claudine, damals noch von ihren Eltern Glady genannt, hat die Belagerung der Stadt Loyn erlebt, die erbitterten Kämpfe zwischen den Verteidigern und Belagerern und sie mußte erleben, wie Menschen der grausamen Übermacht der Pariser Belagerer zum Opfer fallen. Zur Strafe für diesen Widerstand wurden alle Verteidiger der Stadt hingerichtet. Claudine mußte erleben wie ihre Brüder zunächst zur Erschiessung geführt wurden und, nachdem sie nicht tödlich getroffen worden waren, mit Säbel und Gewehrkolben erschlagen wurden. Beide gehen in den Tod mit den Worten " Vergib, wie auch wir vergeben". Dieses Vermöchnis der Brüder, einander zu vergeben, wird Claudine ihr Leben lang begleiten. Eine der schwersten Erfahrungen der Revolution war der bedauernswerte Zustand der Kinder. Ein Schulrat namens Jacques Sellier beschreibt die Lage so: " Die Jugend ist ohne jegliche Moral; sie ist eine schreckliche Liederlichkeit abgesunken. Kinder beschimpfen frech die ehrenwerten Leute und die Alten. Man kann ihnen nichts mehr beibringen; sie sind nicht mehr zu bändigen. Die Mädchen kennen keine Arbeit und verbringen ihre Zeit mit den Soldaten in den Kneipen... Was wird aus dem zukünftigen Geschlecht werden, wenn man solchen Übeln nicht sehr rasch und wirksam begegnet"

Ein Minister Bonapartes drückte sich im selben Sinn aus:" Die Unterweisung ist seit zehn Jahren gerade zu null. Man muß die Religion zur Grundlage der Erziehung machen. Die Kinder sind der schädlichen Faulenzerei, dem gefährlichen Vagabundentum überlassen. Sie wissen nichts über Gott, haben keinen Begriff von Recht und Unrecht... Warum soll der Unschuldige unter der Heillosigkeit des Schuldigen zu leiden haben ? Und wenn dieser Unschuldige, die Kinder und Jugendlichen von heute, gar die Nation von morgen ist! Man muß darangehen, die Wunden zu verbinden und zu schließen..."

So hat sich Claudine in den späteren Jahren mit der ganzen Kraft ihrer Seele der Erziehung der Kinder gewidmet.



Claudine Thévenet

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